Burg Lichtenberg,
Deutschland

In der Burg / Inside the castle...

Burg Lichtenberg

In der Nähe der Kreisstadt Kusel liegt die größte Wehranlage in Deutschland- die Burg Lichtenberg. Die 425 m lange Feste wurde erstmals 1214 erwähnt. Da die Burganlage schon 1895 unter Denkmalschutz gestellt wurde, finden sie heute ihre Besucher in einem sehr guten Zustand vor. Besonders sehenswert sind die Wohn- und Wehrbauten der Burg.

Heute meist Lichtenburg genannt, ist eine ausgedehnte Anlage auf einem hohen Bergrücken. Die Längenerstreckung ( 425 m ) wird von keiner anderen rheinischen Burg übertroffen. Gegründet wurde die Burg von den Grafen von Veldenz, als Schirmherren der Propstei Remigiusberg auf deren Grund und Boden. 1214 wird erstmals die Burg in einem ksl. Urteil erwähnt, in dem ihr Abbruch angeordnet wurde. Dieser Befehl blieb aber wirkungslos. Um 1270 wurde die Anlage der Oberburg durch Heinrich von Geroldseck, dem Gründer der zweiten Linie der Grafen von Veldenz, erbaut. 1444 fiel die Burg Lichtenberg durch Erbschaft an Pfalz-Zweibrücken, bis 1758 war sie Sitz eines Oberamtes. 1799 wurde die Burg durch einen Brand zerstört und im 19. Jh. als Steinbruch benutzt. 1816-34 war sie als "Fürstentum Lichtenberg" zum Herzogtum Coburg-Gotha gehörig, danach fiel die Lichtenburg an Preußen. Seit 1894 (Obergang in Staatsbesitz) Restaurierung und teilweiser Wiederaufbau.

Die Anlage besteht aus zwei ursprünglich getrennten, erst im 15. Jh. durch Mauern miteinander verbundenen Burgen. Am ältesten ist wohl die Unterburg an der Spitze des Bergrückens, von ihr sind aber außer den Umfassungsmauern und einem Torbogen nur geringe Reste erhalten.

Die Oberburg wurde Ende des 13. Jh. Angelegt und im 14. und 15. Jh. mehrfach erweitert. Kernpunkt ist der mächtige, noch etwa 20 m hohe, mit der Spitze gegen die Angriffsseite gestellte Bergfried, den eine innere Ringmauer umgibt. Eine jüngere, westlich anschließende Beringung umschließt zwei durch einen Batterieturm des 16. Jh. (sog. Roßmühle) voneinander getrennte Palaisgebäude, von denen das östliche, mit Altarnische in der Ostwand und Blendspitzbogen über der Außenseite der Fenster, aus der ersten Hälfte des 14. Jh. stammt, das westliche aus der ersten Hälfte des 15. Jh. Vom westlichen Palais läuft eine Mauer mit Wehrgang über die runden Blendarkaden nach Süden, vor ihrer Innenseite befindet sich ein runder Brunnenschacht.

Westlich außerhalb dieser Mauer liegt der sog. Kellereiplatz mit Resten der Zehntscheuer und des ehem. Amtshauses. Nördlich der Oberburg vorgelagert steht ein durch drei Rundtürme verstärkter Zwinger, der an der Ostseite in einen breiten inneren Halsgraben übergeht. Ein zweiter äußerer Halsgraben wurde später hinzugefügt und 1620 durch einen hufeisenförmig vorspringenden Batterieturm gesichert. Von den drei Burgtoren führt das erste (äußere) durch einen zweigeschossigen Torbau, das zweite wird von einem runden Wachttürmchen flankiert. An das dritte innere Tor schließt südlich die ehem. Landschreiberei an, ein 1907 wiederhergestellter Bau des 16. Jh. mit rundem Eckturm, dessen haubengekröntes Obergeschoss über ein Spitzbogenfries vorragt. Weiter westlich am Weg zur Unterburg liegt die Jugendherberge von 1922 über den Grundmauern zweier  Burgmannenhäuser. Zwischen Ober- und Unterburg steht die ev. Kirche, ein einfacher Saalbau von 1755.

Lichtenberg castle

In the proximity of the district town Kusel is the largest defense system in Germany, the castle Lichtenberg. The 425 m long fortress was mentioned in 1214 for the first time. Since the castle system was already placed under monument protection in 1895, visitors find it in a very good condition today. Particularly worth seeing are the living and defense structures of the castle.

The castle today usually called Lichtenberg castle, is an expanded system on a high ridge. The length extending (425 m) is not exceeded by an other castle on the Rhein. The castle was founded of the counts von Veldenz, as protectors of the Monastery Remigiusberg on their land and soil. The castle was mentioned in 1214 the first time in an emperors judgment, in which the castle was ordered to be destroyed. This order however remained ineffective. Around 1270 the system of the upper castle was build by Heinrich of Geroldseck, the founder of the second line of the counts of Veldenz. 1444 the castle Lichtenberg fell by inheritance to Pfalz Zweibruecken, until 1758 was it hosted the upper office. 1799 the castle was destroyed by a fire and in 19th century used as a quarry. 1816-34 it belonged as the "Principality of Lichtenberg" to the duchy Coburg-Gotha, afterwards the castle Lichtenberg fell to Prussia. Since 1894 (upper course in government property) restoration and partial reconstruction.

The system consists of two originally separated castles, connected in 15th century by walls. The under castle, at the point of the ridge, is probably the oldest.The only reminders of that are the surrounding walls and a door cover. 

The upper castle was created by the end  of the 13th century, and in 14th and 15th century extend several times. Quintessential point is the powerful, still about 20 m high tower placed withthe point against the attack side, which is  surrounded by an internal ring wall. A younger wall ring, connected to the west, encloses two buildings separated by a battery tower of the 16th century (so-called Rossmuehle). The eastern building with an altar niche in the east wall and “pointed arc” over the exterior of the windows, originates from the first half 14th century, the western from the first half 15th century. From the western Palas runs a wall with battlements over the round blind arcades to the south, inside is a round well slot.

Located west outside of this wall is the so called Wine cellar with remains of the Zehntscheuer and authority building. North of the upper castle is the so called “Zwinger” strengthened by three round towers, which changes at the eastern side into a broad internal neck ditch. A second outside neck ditch was added later and secured by a horse shoe form  protruding battery tower  in 1620. The first of the three castle gates (outer) leads thru a two story building, the second is flanked by a round gate guard tower. The former so called “Landschreiberei” is connected south to the third internal gate,  an in 1907 recreated building of the 16. century with round corner towers, whose hood-crowned upper floor rises up over a tip bow. Further west on the way to the under castle is the youth hostel of 1922, built on top of the former walls of two castle  houses. Between upper and under castle is the protestant Church, a simple hall construction of 1755.

Im Turm / in the tower...

Aussicht aus dem Turm / view from the tower...

Im Musikantenlandmuseum in der Zehntscheuer / Inside the musicians land museum...

ZEHNTSCHEUNE AUF BURG LICHTENBERG

M U S I KA N T E N LA N D M U S E U M  

Ein kurzer Blick in die Geschichte des Westpfälzer Wandermusikantentums

 Das Westpfälzer Musikantenland (vorwiegend das Gebiet der ehemals reinbayerischen Landkommissariate Kusel, Hornburg, Kaiserslautern und Kirchheim) gehört zu den wenigen Regionen des deutschsprachigen Kulturraums mit einer Wandermusikanten- Tradition.

Nachdem die Pfalz in der Franzosenzeit (1797 -1814) Gewerbefreiheit erlangt hatte, taucht in westpfälzer Urkunden immer häufiger die Berufsbezeichnung Musiker ("rnusicien" oder "Musigand"!) auf. Die Befreiung vom Zunftzwang erlaubt es nun- mehr den in ansehnlicher Zahl hier ansässigen Volksmusikanten, aus ihrer natürlichen Begabung ( = innerer Grund) eine Broterwerbsquelle werden zu lassen.

Wirtschaftliche Gründe (Überbevölkerung, Hungerjahre, Missernten im kargen west- pfälzischen Anbaugebiet etc.), ähnlich denen, die viele Pfälzer Landsleute im 19. Jahrhundert zur Auswanderung nach Amerika trieben, waren es auch, welche die ersten Musikanten um das Jahr 1830 auf Wanderschaft gehen ließen ( = äußerer Anlass!). Zunächst bereiste man das benachbarte Ausland (Frankreich, Schweiz) oder andere deutsche Staaten (Preußen), danach das restliche Europa (Spanien, Holland, britische Inseln, Skandinavien, Russland u.a.) und schließlich - nach der Jahrhundertmitte -buchstäblich die gesamte zivilisierte Welt.

Nach gründlicher Probearbeit über Winter zogen im Frühjahr unsere Musikanten aus, blieben bis Herbst, sofern sie in Europa ihrem Broterwerb nachgingen, oder kehrten erst nach zwei, drei oder mehreren Jahren von einer Überseereise zurück.

In der Blütezeit, um die Jahrhundertwende, waren schätzungsweise 2500 Wandermusikanten unterwegs und erspielten die beachtliche Summe von jährlich mehreren Millionen Goldmark. Ein für die Westpfalz ganz erheblicher Wirtschaftsfaktor!

Zehnscheune auf Burg Lichtenberg Tel.: 06381/8429 Öffnungszeiten :

Montag -Sonntag: 10.00 -12.00 Uhr 14.00- 17.00 Uhr

ZEHNTSCHEUNE ON LICHTENBERG CASTLE

MUSICIAN COUNTRY M U S E U M 

A little Bit of History

The musician country of the western Palatinate (primarily the area comprised by the former Bavarian Rhine Landkommissariate of Kusel, Homburg, Kaisers.lautern, and Kirchheim) is one of the few regions Qf the German-speaking cultural world which has a tradition of itinerant musicians or Wandermusikanten. "

After the Palatinate attained freedom of occupation in the French period ( 1797 - 1814), one comes across the occupational description of musician ("musicien" or "Musigand") more and more often in the archives of the western Palatinate. The freedom from guild obligations allowed the considerable number of local popular musicians to make a living from their natural talents ( = internal causation) .Economic causes (overpopulation, famine, bad harvests In the poor soil of the western Palatinate) similar to the reasons which drove many people from. the Palatinate to emigrate to America in the 19th century, were also responsible for the first travels of musicians arqund 1830 ( = external causation). They traveled first to neighboring countries (France, Switzerland) or to other German states (Prussia), then to the rest of Europe (Spain, Holland, the British Isles, Scandinavia, Russia, etc.) and finally - after the middle of the century -literally to the entire civilized world.

After thorough practice during the winter, our musicians set out in the spring and remained away until fall, if they were seeking ta make their living in Europe, ar came harne after two, three, ar mare years if they traveled overseas.

In the prime years around the turn of the century, approximately 2.500 musicians were traveling about, earning the considerable sum of many millions of gold-marks annualry. A very important economic factor for the western Palatinate!

Zehntscheune auf Burg Lichtenberg Tel.: 06381/8429 Offnungszeiten:

Montag- Sonntag: 10.00 -12.00 Uhr 14.00 -17.00 Uhr

Mehr Informationen / more informations:

http://www.kusel.de/

http://www.burglichtenberg.de/

http://www.kuselermusikantenland.de/

 

Wegbeschreibung zur Burg Lichtenberg, bei Kusel 
  

Entfernung:  24 Km von Ramstein, Fahrzeit mit dem Auto: 25 min.

Fahren Sie von "Ramstein" die A62 Richtung Kusel und fahren Sie die Ausfahrt Kusel ab. Biegen Sie rechts ab Richtung Kusel, am Ortseingang Kusel biegen Sie links ab Richtung Thallichtenberg. Fahren Sie bis nach Thallichtenberg und biegen Sie am Ortseingang gleich rechts ab. Fahren Sie bergauf bis zum Parkplatz der Burg Lichtenberg.

Directions to go to the Lichtenberg castle near Kusel 

Distance:  24 Km from Ramstein, time of travel by car: 25 min.

Drive from "Ramstein" on the Autobahn A62 torts Kusel and take the exit Kusel. At the begining of Kusel turn left torts Thallichtenberg. Drive to Thallichtenberg and at the begining of the town turn right. Drive uphill to the parking lot of the Lichtenberg castle.

Last update: 30.05.06